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Wiedergabe des letzten Abschnittes einer größeren Arbeit, die unter dem Titel „Psychoanalysis and Social Disorganisation“ in „The American Journal of Sociology“, Band XLII, 1937, erschienen ist. Deutsche Übertragung von S. Feitelberg.
Die Psychoanalyse hat, sofern sie eine Therapie ist, auch praktische Ziele — der Psychoanalytiker versucht psychische Vorgänge nicht nur zu verstehen, sondern auch zu beeinflussen. Kann diese therapeutische Funktion der Psychoanalyse zur Lösung sozialer Probleme beitragen?
Offensichtlich könnte die Heilung von Neurosen von großer Bedeutung sein, wenn sie in großem Maßstabe durchgeführt werden könnte. Die Heilung eines neurotischen Individuums besteht darin, daß man ihm hilft, widerstreitende subjektive Bedürfnisse miteinander und mit gesellschaftlich anerkannten sozialen Forderungen in Einklang zu bringen.
Neuerdings beginnen immer zahlreichere Psychotherapeuten die wachsende Schwierigkeit der individuellen Einordnung zu erkennen, in einer Zeit, da sich der ideologische Gehalt des kulturellen Milieus rasch ändert. Es sieht fast so aus, als ob die Mehrheit der Individuen bei diesem Anpassungsprozeß versagen und mehr oder minder neurotisch würde. Die Gruppenideale selbst ändern sich rasch und das Individuum sieht sich verschiedenartigen und oft widersprechenden Idealen und Normen gegenüber. Vielleicht könnte man daher den Versuch, eher die Umwelt als das Individuum zu ändern, für angebracht halten. Solange Neurosen eine relativ seltene Erscheinung waren, bestand der adäquate Zugang zum Problem der seelischen Hygiene in der Behandlung