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Erschienen in „The American Journal of Sociology“, Jg. XLII, Nr. 6, Mai 1937.
Das Kind befindet sich in den ersten Monaten, ja sogar Jahren seines Daseins in einer bedrängten Lage. Es ist gänzlich von Mächten abhängig, die es nicht kennt. Die Nahrung wird ihm in zeitlichen Abständen gereicht, ohne daß es den Grund dafür zu verstehen vermag. Es empfindet Hunger, ohne daß es im Besitz einer bestimmten Methode wäre, dem abzuhelfen. Überdies ist es den unheimlichen Einflüssen der Schwerkraft ausgesetzt, die früher oder später zu peinvollen Enipfindungen führen. Es ist nicht nur abhängig und hilflos, sondern auch ständig bedroht. In einem Prozeß fortwährenden Experimentierens muß das Kind entdecken, was es in dieser gefahrvollen Welt tun kann, die unaufhörlich mit Verlust von Nahrung und Liebe und Eingriffen in die Unversehrtheit seines Körpers droht. Es bedarf ständiger Führung und Hilfe seitens derjenigen, die es umgeben. Außer der Hilfe, deren das Kind für seine Nahrung und sein Gleichgewicht bedarf, hat es das Bedürfnis nach erotischer Befriedigung durch Streicheln, Küssen und Säuberimg oder, mit einem Wort, nach Liebe. Es muß auch herausfinden, durch welche Methode es diese Befriedigungen erlangen kann.
Das Kind ist ständig im Zustand des Experimentierens. Es muß seine Erfahrungen über die Eigenschaften sowohl der Gegenstände als auch seines eigenen Körpers und des Körpers der andern machen. L. Bender und ich1) haben beobachtet, daß Kinder im Alter von