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Aus dem Einleitungskapitel eines demnächst erscheinenden Buches „Der Krieg. Studien zur Psychologie der zwischenstaatlichen Beziehungen“.
Wir wollen nun, um eine erste Orientierung über die Probleme zu gewinnen, etwa prüfen, welche Motive es für den Einzelnen gibt, Gewalt gegen einen anderen anzuwenden, und welche Motive ihn davon abhalten, und zwar praktisch sehr wirksam abhalten. Dann mag geprüft werden, wie sich diese Kräfte, die zur Gewaltanwendung drängen, und die Kräfte, die von ihr abhalten, modifizieren, wenn es sich nicht um Individuen, sondern um Massen handelt, um dann schließlich die Modifikationen zu prüfen, die entstehen, wenn diese Massengebilde Staaten oder ähnlich organisierte Einheiten sind. Diese Untersuchung soll vorläufig noch nicht mit dem Rüstzeug einer wissenschaftlichen Psychologie geführt werden, wird aber darum nicht minder psychologisch sein. Es wird uns später nicht schwer fallen, sie so zu ergänzen, daß sie den Anforderungen wissenschaftlicher Genauigkeit genüge.
Es gibt eine ganze Reihe von Impulsen, die dem Individuum die Anwendung von Gewalt gegen einen anderen nahelegen mögen. Das Nächstliegende ist gewiß, an ein Interesse zu denken. Darum fragt auch der Kriminalist, wenn Gewaltakte begangen wurden, die gegen die Gesetze verstoßen, und er nach dem Täter sucht, cui bono? Wer hatte ein Interesse daran? Es gibt mannigfache solche Interessen, welchen durch Gewaltanwendung gedient werden kann. Sie sind zu bekannt, als daß man