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Teilweise Wiedergabe der Antrittsvorlesung von Heinrich Meng, für den ein Lektorat für Psychohygiene ein der medizinischen Fakultät der Universität Basel errichtet wurde. Vollständig erschienen in der „Praxis, Schweiz. Rundschau für Medizin“, Hern, Juli 1937.
Seelische Hygiene ist ein vom Leben selbst in Zusammenhang gebrachtes Anwendungsgebiet vieler Erfahrungskreise. Ihre wissenschaftlichen Quellgebiete sind Medizin, Biologie, Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Ethik, Rechtskunde, Kriminalistik, Rassenkunde und Eugenik. Mit den Ergebnissen dieser Wissenschaften sollen die Erfahrungen des praktischen Lebens in Vergleich gesetzt und in Übereinstimmung gebracht werden. Erst dann können Schlüsse für das weitausgedehnte Anwendungsgebiet gezogen werden. Es erstreckt sich auf die Erfahrungen der Bedingungen, unter denen der Mensch als Einzelner und als Teil des Ganzen sich seelisch günstig entwickelt, und auf die Ausnützung dieser Funde für das Ziel der seelischen Hygiene: der gesunde Mensch und die gesunde Gemeinschaft. Das Arbeitsgebiet der seelischen Hygiene umfaßt das Individuum und die Gruppe in jedem Umfang. Die Gruppe als Menschenpaar, das seelisch gegenseitigen Störungen ausgesetzt ist, die Gruppe als Familie und als Gemeinschaft, als erweitertes Ich, aber auch als Organisation, die der vergesellschaftete Mensch immer wieder schafft, auch die Masse als vorübergehende oder länger dauernde Anhäufung von Menschen. Die seelisch Hygiene hat den einzelnen und die Gemeinschaft psycho-hygienisch zu beraten. Weit darüber hinaus strebt sie als Schicksals-, Volks- und Menschheitshygiene danach,