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Einführung in ein Symposion über „Psychoanalyse und Erziehung“ der British Psycho-Analytical Society, 8. Mai 1935. Veröffentlicht im „International Journal of Psycho-Analysis“, Jahrg. XVIII, Heft 2/3. Ins Deutsche übertragen von Valerie Reich, Wien.
Es ist guter wissenschaftlicher Brauch, ein Symposion mit einer einfachen Definition der Begriffe einzuleiten. Leider läßt sich im Falle der Erziehung eine solche einfache Definition nicht geben. Sie wird je nach der psychologischen Auffassung des betreffenden Teilnehmers am Symposion verschieden ausfallen. Die Definitionen zum Beispiel, die von den meisten akademischen Schulen angenommen wurden, sind teils deskriptiver, teils psychologischer Art. Aber diese Psychologien sind Bewußtseins-, fast könnte man sagen, akademische Psychologien. Wenn wir Psychoanalytiker daran gehen, uns mit dem Problem der Erziehung zu befassen, sind diese Begriffsbestimmungen ganz unzulänglich. Ehe wir diesen Terminus definieren, müssen wir ihn zerlegen (mit anderen Worten: analysieren), und zuletzt müssen wir ihn auch deuten können. Wir müssen die verschiedenen Komponenten des Gesamtprozesses deuten und auf Grund dieser Deutungen versuchen, die Gesamttätigkeit zu charakterisieren.
Dies ist nur eine andere Art zu sagen: soweit die Psychoanalyse berechtigt ist, den Terminus „Erziehung“ zu übernehmen (und das muß sie), ist sie verpflichtet, ihm einen tieferen Sinn beizulegen. Dieser Vertiefungsprozeß ist in der Geschichte der psychoanalytischen Terminologie durchwegs reichlich belegt. Nehmen wir etwa den Begriff „Verdrängung“. Ursprünglich der gewöhnlichen Umgangssprache entlehnt, wurde dem