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Aus der „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik“, Jahrg. XI, 1937, Heft 2.
Die psychoanalytisch gebildeten Erzieher verfolgen ein bestimmtes Erziehungsziel: sie wollen dem Kind ein optimal gesundes Ich vermitteln. Ein Ich, das die Forderungen der Triebwünsche, der Außenwelt und des Über-Ichs meistern kann, ein Ich, das in Konfliktfällen nicht mit Fluchtreaktionen und Ausfallserscheinungen antwortet, nicht triebfeindlich und nicht für die Lebensleistung eingeschränkt wird. Konkrete Aufgaben, die sich aus diesem Erziehungsziel ergeben, scheinen eindeutig: der Erzieher soll analysiert und gesund sein, um zu vermeiden, daß seine eigene Angst vor dem Trieb, der Außenwelt, dem Über-Ich dem Kind durch Beispiel und auf dem Wege der Identifizierung übermittelt werde. Der Erzieher soll sich triebfreundlich zeigen: „Habe ich keine Angst vor deinen Triebäußerungen, so brauchst du auch keine Angst vor ihnen zu haben.“ Der Erzieher soll die Erziehungsmittel mild gestalten: „Tu' ich dir nichts Böses an, so wirst du auch vor der anderen Außenwelt keine Angst haben und wirst ein mildes Über-Ich entwickeln.“
Es soll nun im Folgenden auf Grund von Beobachtungen der landläufigen psychoanalytischen Pädagogik aufgezeigt werden, ob sie die Ich-Entwicklung des Kindes im Sinne ihres Erziehungsziels beeinflußt.
Wir können folgendes beachten: wo die analytische Pädagogik von pädagogisch begabten Menschen gehandhabt wird, kann sie mit ihren Erfolgen ganz zufrieden sein. Pädagogisch begabte Lehrer, Kindergärtnerinnen, Erziehungsberater erreichen, nachdem sie analytisch geschult