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Der einleitende Abschnitt eines „Psychoanalytisches Verständnis Unsozialer“ betitelten Aufsatzes. Aus dem in stark erweiterter Auflage erscheinenden „Psychoanalytischen Volksbuch“, herausgegeben von Paul Federn und Heinrich Meng, Verlag Hans Huber, Bern.
Das theoretische Endziel der Erziehung ist das soziale Ideal, das ist, eine Gemeinschaft von Individuen zu erzielen, welche bei Erfüllung der Notwendigkeiten, die aus dem Zusammenleben in der sozialen Gemeinschaft entspringen, sich gleichzeitig möglichst ungestört individuell ausleben können.
Der soziale Mensch steht nicht nur als Ich der Gesamtheit gegenüber, er gehört als Ich auch der Gesamtheit an und hat daher Bedingungen in zweifacher Richtung zu entsprechen: in einer auf die Gesellschaft bezüglichen und einer auf sich selbst bezogenen. Die Erziehung hat immer den Menschen so sich entwickeln zu lassen, daß er in seinem Erleben und in seinem Ausleben weder die Gesellschaft noch sich selbst schädigt. (Das anzustrebende, im günstigsten Fall auch erreichbare Ziel ist durch die der Erziehung gestellte Aufgabe umschrieben.) Wenn auch das soziale Ideal wandelbar ist, so ändert das nichts am grundsätzlichen Endziel der Erziehung. Die Psychoanalyse hat als Erziehungsziel angegeben: Jeder richtig erzogene Mensch muß fällig sein, die Konflikte, die sich aus dem Zusammenleben, aus der Erfüllung oder Nicht-Erfüllung der entstehenden Notwendigkeilen ergeben, Ich-gerecht und realitätsangepaßt zu erledigen.
Unsozial ist das Individuum nicht nur, wenn es die Forderungen der Gemeinschaft gegenüber nicht erfüllt,