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Wir veröffentlichen aus dem bei „Les Éditions Denoël“, Paris, 1937, erschienenen Buch von René Laforgue „Relativité de la Réalité, Réflexions sur les Limites de la Pensée et la Genèse du Besoin de Causalité“ Teile aus dem dritten Kapitel. Ins Deutsche übertraggen von E. Kris.
Wir haben uns eben gefragt, wie das Individuum seine kind lieben Ängste beherrschen, wie es affektive Regressionen und Fixierungen an ein primitives Stadium der Libidoentwicklung vermeiden könnte. Mit anderen Worten: Wir haben nach den Mitteln der normalen Abwehr gegen diese Ängste gefragt und diese mit den pathologischen Methoden verglichen, die wir im ersten Kapitel vorgeführt haben.
Wir kennen die bedeutende Rolle, die das Ich in der Verteidigung des Menschen gegen die ihn bedrohenden Gefahren spielt. Die Funktionen, durch die es seine Aufgabe löst, sind komplex. Wir werden diese Funktionen näher studieren müssen und wollen vor allem von der synthetischen Funktion des Ichs sprechen, von seiner Rolle in seiner eigenen Entwicklung, wie auch in der der Persönlichkeit ebensowohl wie in der einer Gemeinschaft; auch von der Art seiner normalen Abwehr gegen neurotische Ängste.
Wir nennen Ich jene Aktivität des psychischen Apparates, durch die die Synthese aller unserer Wahrnehmungen sich vollzieht, sowohl der auf innere als auch der auf äußere Reize gerichteten. Diese Synthese erlaubt uns, uns in Zeit und Raum mit Bewußtsein zu versetzen, lehrt uns willentlich handeln, im Zusammenhang mit der Wirklichkeit und mit unseren Bedürfnissen.