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Die folgenden Abschnitte sind das VII. und VIII. Kapitel des Buches „Practical Aspects of Psychoanalysis“ von Lawrence S. Kubie, das im Verlag W. W. Norton & Company, Inc., New York, 1936 erschienen ist Die deutsche Ausgabe wird demnächst im Internationalen Psychoanalytischen Verlag herauskommen.
Der Psychoanalytiker erwartet von seinen Patienten einen freimütigen und offenen Skeptizismus. Nichts ruft in ihm ernstere Besorgnis hervor als die sanfte Vertrauensseligkeit und naive Gläubigkeit, die manche eifrige Patienten festzuhalten bemüht sind. Er weiß aus Erfahrung, daß eine solche Haltung — wenn es ihm nicht gelingt, sie aufzulösen — niemals dauerhafte therapeutische Ergebnisse zustande kommen läßt. Er vollbringt keine „Wunderheilungen“.
Alle Methoden der Heilung durch den Glauben gleichen einander im Wesen. Aus ihrer Grundannahme, daß die Genesung von übernatürlichen Kräften abhänge, die alle Zustände in gleicher Weise beeinflussen, resultiert, daß Differentialdiagnosen überflüssig sind. Daher ist für diese Methoden keine detaillierte Untersuchung der natürlichen Krankheitserscheinungen nötig, sie brauchen keine Krankengeschichte aufzunehmen, keine sorgfältigen diagnostischen Studien anzustellen.