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Der vorliegende Band möchte dem Leser einen Einblick in die international aktuellen Diskussionen eröffnen. Vierzehn Arbeiten von namhaften Psychoanalytikern aus sechs Ländern wurden vom Beirat aus knapp 120 im International Journal 2005 erschienenen Beiträgen ausgewählt. Damit werden dem Psychoanalytiker in der Praxis wie auch dem interessierten Laien Arbeiten zugänglich gemacht, die in unserem deutschen Sprachraum entweder von besonderem klinisch-technischem Interesse sind oder Einblick in spezielle theoretische Kontroversen vermitteln. Darüber hinaus ist es Ziel dieser Reihe, einen Eindruck von der international existierenden Vielfalt psychoanalytischen Denkens zu vermitteln.
Arbeiten zur Perversion bilden in dieser Ausgabe den Themenschwerpunkt. Die Rubrik »Psychoanalytische Kontroversen« enthält einen Gedankenaustausch über das Konzept der »Nachträglichkeit«, das in der französischen Psychoanalyse eine besondere Beachtung und Bedeutung findet, sowie drei Arbeiten zur zeitgenössischen Rezeption von Bion. Eine Erweiterung des Konzepts der projektiven Identifizierung von Grotsein wurden ebenso aufgenommen wie Beiträge zum Bereich der Supervision und Intervision und klinische Berichte aus der Werkstatt des Psychoanalytikers.
Freud war ständig bemüht, die Psychoanalyse als ein einheitliches Unterfangen zu erhalten, so daß klar definierbar schien, was als >psy-choanalytisch< zu verstehen sei. Er selbst war es, der diejenigen, die sich vom vorgezeichneten theoretischen Weg entfernten, von der Teilhabe an der organisierten Psychoanalyse, der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPA), ausschloß. Eine solche einheitliche Vision der psychoanalytischen Weltgemeinschaft ließ sich jedoch nicht auf Dauer aufrechterhalten. Zwar fußt unser aller Arbeit auf den fundamentalen Prinzipien der Psychoanalyse mit klar definierten Parametern (common ground); aber seit etwas mehr als einem halben Jahrhundert entwickelt unsere Disziplin hinsichtlich theoretischer Perspektiven sow