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Der Perversionsbegriff beansprucht eine einzigartige Stellung im zeitgenössischen psychoanalytischen Denken. Als widersprüchliche Kategorie2 wird er eher als andere diagnostische Begriffe symbolisch benutzt. Der Begriff >Perversion< ist komplex, widersteht einer einfachen Definition und entzieht sich einer endgültigen Festlegung. Er unterliegt Veränderungen in Geschichte, Kultur und insbesondere innerhalb der Psychoanalyse. Im Zuge der Expansion und Diversifikation des psychoanalytischen Bewußtseins hat das Konzept >Perversion< an Klarheit verloren und wird heute für pathologische wie für normale Phänomene verwandt.
Der Perversionsbegriff kann als ein politisches Werkzeug benutzt werden, was - zumeist unbeabsichtigt - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Psychoanalyse geschehen ist. In religiösem, sozialem und individuellem Sinn birgt der Begriff explosive Bedeutungen. Wie Stoller (1975) schreibt, »mögen Analytiker Perversion nicht und fürchten sie.« Es ist ein derart verurteilender und beladener Begriff, daß Fachleute im Gesundheitswesen ihn aus dem psychoanalytischen Vokabular entfernen möchten (wie wir im DSM-IV sehen können). Tatsächlich denke ich, daß wir heute Zeugen einer unseligen Spaltung innerhalb der Psychoanalyse werden: Einige Analytiker möchten die Beschäftigung mit der unangenehmen Tatsache der Existenz von Perversion