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Ich danke den Herausgebern, Glen Gabbard und Paul Williams, für ihre Einladung, einen von drei Diskussionsbeiträgen über einen der begabtesten Analytiker unserer Zeit zu schreiben: . Seine Arbeit ist von ungebrochener Anziehungskraft und übt nach wie vor starken Einfluß auf Analytiker verschiedener Ausrichtungen aus, in deren Büchern und Aufsätzen wir sehr viele unterschiedliche Lesarten seiner Schriften finden. Diese >unterschiedlichen Lesarten< von Bion sollen Gegenstand meiner Untersuchung sein - die Bücher und Aufsätze selbst überschreiten den Umfang dieses kurzen Artikels.
Als erstes ist da die Auslegung von Bions Gesamtwerk selbst. Sein aus meiner Sicht mächtiger und origineller Beitrag zur Psychoanalyse beginnt mit seinen ersten Veröffentlichungen über Gruppen in den vierziger Jahren und setzt sich über zwei weitere Jahrzehnte fort. Während dieser Zeit schrieb Bion (1948-51, 1950, 1952, 1954, 1955, 1956, 1957, 1958a, 1958b, 1959, 1961, 1962a, 1962b, 1963, 1965, 1966, 1967a, 1967b, 1970) über eine erstaunliche Vielzahl von Themen: Gruppen; schizophrenes Denken und Sprechen; die Psyche (mind) und die Welt der Psychose im Gegensatz zur Neurose; Theorie des Denkens; Psychische Transformationen; Arroganz; Halluzination; Lernen durch Erfahrung; Elemente und Praxis der Psychoanalyse.
Nach der Teilnahme an einer über acht Jahre laufenden Arbeitsgruppe veröffentlichten Leon Grinberg, Dario Sor und Elizabeth Tabak de Bianchedi 1975 die erste Darstellung der dort entwickelten Gedanken. Im Vorwort ihres knappen und wertvollen Bändchens weisen die Autoren hin auf: »die besondere Wucht der Erfahrung […], uns in Bions Denken in all seiner Tiefe zu versenken und es überraschend kohärent zu finden«1 (kursiv, E. O'S.). Der Schlüssel zu dieser Kohärenz liegt, denke ich, in Bions allgegenwärtigem Interesse am Wißtrieb, der K-Verbindung, wie er ihn nennt, und ich denke, daß dies auch der Hauptgrund dafür ist, daß Bions Schriften von solch großer psychoanalytischer