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»Es ist sehr bemerkenswert, daß das Ubw eines Menschen mit Umgehung des Bw auf das Ubw eines anderen reagieren kann« (Freud , S. 293).
Projektive Identifizierung ist zu einem weit verbreiteten Konzept geworden, wo es um Themen der psychischen Gesundheit geht, seine Anwendung leidet aber noch unter einer gewissen kategorischen Unschärfe. Am verwirrendsten sind dabei folgende Fragen: (a) Welche Unterschiede beziehungsweise Ähnlichkeiten bestehen zwischen Kleins ursprünglichem Konzept (1946, 1955) als einer strikt intrapsychischen, omnipotenten, unbewußten Abwehrphantasie und »realistischer«, der Kommunikation dienenden intersubjektiven Erweiterung des Konzepts: Besteht zwischen diesen beiden Auffassungen eine Kontinuität oder nicht und/oder beides, oder ergänzen sie sich vielleicht? (b) Gibt es einen Unterschied zwischen Projektion und projektiver Identifizierung? (c) Projiziert ein Patient sich bei einer projektiven Identifizierung tatsächlich in das Objekt oder in eine innere Imago, sein inneres Bild dieses Objekts? Wie können wir, wenn letzteres zutrifft, die Reaktion des Objekts auf die projektive Identifizierung erklären? Gibt es zusätzlich zur projektiven Identifizierung noch irgendeinen weiteren Prozeß oder Prozesse, durch die sie für einen anderen Menschen zu einer Kommunikation wird? Um es metapsychologisch statt von der Erfahrung ausgehend zu formulieren: Das Subjekt kann nur in ein Bild oder eine Repräsentation des Objekts projizieren und nicht in das äußere Objekt an sich. Allerdings enthält im Erleben des projizierenden Subjekts das äußere Objekt die Projektionen, und darüber hinaus kann auch das äußere Objekt sich erleben, als enthalte es die Projektionen. Ich will versuchen zu erklären, wie es dazu kommt.