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Schon seit langem interessieren sich Psychoanalytiker für die Perversion (Freud 1905). Dennoch bestehen weiterhin beträchtliche Unterschiede im theoretischen Verständnis der Perversion und es gibt, soweit ich es beurteilen kann, auch noch viel über deren klinische Handhabung zu erfahren. Als besonders grundlegend und entscheidend in der Behandlung der Perversion gilt die technische Empfehlung, die Perversion, wie sie sich in der Übertragung entfaltet, zu erfassen und zu deuten - also das Erkennen und Analysieren der Übertragungsperversion (Joseph 1971, Etchegoyen 1978, ). Dieses Verständnis der Psychoanalyse von Perversionen erscheint mir unentbehrlich. Es ist allerdings nicht leicht, jene technische Haltung einzunehmen, die zur Verwirklichung dieses schwer fassbaren Zieles notwendig ist.
Meine eigene Erfahrung in der psychoanalytischen Behandlung von Patienten mit perverser Persönlichkeit führte mich zu der Sichtweise, wie sie auch von Joseph und Etchegoyen vertreten wird, nämlich dass in vielerlei Hinsicht die Perversion sinnvollerweise als sexualisierte Form einer narzisstischen Objektbeziehung betrachtet werden kann (siehe auch Parsons 2000). Während es weitgehend bekannt ist, dass eine perverse psychische Struktur zur Abwehr einer Psychose dienen (Glover 1933) oder auch als Teil einer neurotischen Struktur auftreten kann (Kernberg 1989), scheint es mir klinisch außerordentlich nützlich zu sein, die Übereinstimmungen und die Unterschiede in der Psychodynamik zu erkennen, die wir zum einen in den meisten perversen Charakterstrukturen und zum anderen in weniger komplexen narzisstischen Persönlichkeiten vorfinden. So beobachten wir beispielsweise bei beiden zentrale Konflikte um das Erleben von echter Abhängigkeit (wenn das Gute, das der Analytiker anzubieten hat, anerkannt wird) und von Neid (der in der Anerkennung der Getrenntheit des Analytikers wurzelt) in der analytischen Beziehung. In Bezug auf diese psychischen Probleme entsprechen sich die perverse und die n