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Der Artikel von Blass und Carmeli (2007) verlangt nach einem Kommentar zu den wissenschaftlichen und epistemologischen Fragen, die er aufwirft. Die Autoren beginnen mit der Klage, dass die Neurowis-senschaften in das Feld eindringen, das eigentlich der Psychoanalyse gehöre und warnen Psychoanalytiker davor, dass »die Anwendung der Neurowissenschaften auf die Psychoanalyse auf ungerechtfertigten Schlüssen beruht, die einen erheblichen negativen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Psychoanalyse haben könnten«. Sie begründen dies, indem sie die Tatsache hervorheben, dass die Psychoanalyse und die Neurowissenschaften auf zwei verschiedenen - getrennten - epistemologischen Feldern tätig sind. Schließlich zielen sie auf Analytiker, »die nicht neurowissenschaftlich ausgebildet oder nicht notwendig mit diesen Erkenntnissen vertraut sind [und die zum Schluss kommen], dass die Neurowissenschaften in der Tat für ihre Arbeit relevant seien«.
Ich bin durchaus bereit, diese letzte Sorge zu teilen, aber ich denke nicht, dass neurowissenschaftliche Beobachtungen irgendeine Gefahr für die Psychoanalyse darstellen. Sie können sie eher bereichern durch die Bereitstellung der anatomisch-funktionellen Grundlagen der Ereignisse und Funktionen, auf denen die psychoanalytische Theorie des Mentalen (theory of the mind) gründet. Natürlich hängt eine Menge davon ab, welchen Gebrauch die Psychoanalyse von den neurowissenschaftlichen Befunden macht. Wir sprechen nicht von einer »Übernahme« der Psychoanalyse durch die Neurowissenschaften, oder davon, dass die Psychoanalyse die gleichen Methoden verwende wie die Neurowissenschaften. Die ideale Situation wäre eine Kooperation, in der wir von den Neurowissenschaften nehmen, was immer zur Erweiterung und Konsolidierung psychoanalytischer Theorien nützlich ist. In offensichtlichem Gegensatz zu ihrem Argument sagen die Autoren allerdings selbst: »[Wir] stellen in keiner Weise in Frage, dass alle geistigen Phänomene notwendigerweise ein biologis