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Der New Yorker Analytiker Richard Fulmer erkannte in einem modernen Rapsong eine Neuerzählung des Freud'schen Rettungsmotivs. Im vorliegenden Artikel aus dem Augustheft des International Journal ruft er uns diese vergessene, nicht mehr häufig zitierte Arbeit Freuds in Erinnerung, die Fulmer sehr gewinnbringend mit dem Lied verbindet. Er setzt sich mit den unterschiedlichen Beurteilungen und Interpretationen der Rettungsdynamik in der analytischen Literatur auseinander und plädiert dafür, im Rettungsmotiv eine Strategie zur Lösung psychischer Konflikte der Adoleszenz und des frühen Erwachsenenalters zu sehen. Durch die Wahl seines Untersuchungsgegenstands vertieft er unser Verständnis in zweierlei Hinsicht: Zum einen gewinnen wir Einblick in die weite Verbreitung und die Zeitlosigkeit des Rettungsmotivs, und zum anderen sensibilisiert er uns dafür, in der meist nur negativ beurteilten Rapmusik den Ausdruck zeitloser psychischer Entwicklungskonflikte wahrzunehmen. Die Arbeit konfrontiert uns aber auch mit der Bedeutung des Rettungsmotivs in unserer klinischen Arbeit.
Christine Gerstenfeld