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Der Beitrag geht der Frage nach, ob das klassische, auf klinischer Erfahrung basierende psychoanalytische Denken die Instabilität der Finanzmärkte und ihre weltweiten Auswirkungen auf das Leben der Menschen zu erklären vermag. Kauf, Besitz oder Verkauf von Kapitalanlagen in Situationen unauflösbarer Ungewissheit und Zweideutigkeit bringt, so die These, zwangsläufig eine ambivalente Affekt- oder Fantasiebeziehung zu ihnen mit sich. Ausgehend von historischen Studien und von Interviews mit Finanzfachleuten kommen die Autoren zu dem Schluss, dass ein psychoanalytischer Ansatz, der die unbewussten Fantasiebeziehungen, die psychischen Zustände und die unbewussten Gruppenmechanismen ins Zentrum rückt, eine Antwort auf ungelöste Fragen zum Verlauf von Finanzblasen bereithält, die die gängigen Wirtschaftstheorien nicht zu geben vermögen. Außerdem weisen die Autoren auf institutionelle Gegebenheiten der Finanzmärkte hin, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen oder verringern können, dass Finanzentscheidungen durch Abspaltung all jener Gedanken zustande kommen, die Unlustgefühle wecken. Aufgrund dieses Spaltungsprozesses wächst das Risiko künftiger finanzieller Instabilität, und deshalb hängt viel davon ab, mit welcher Theorie die Akteure an die Arbeit auf solchen Märkten herangehen. Eine interdisziplinäre Theorie, die das Affekterleben ernst nimmt und zu seiner Integration beiträgt, ist von größerem Nutzen für die Finanzakteure als die derzeitigen Mainstreamtheorien, die von einem Gegensatz zwischen
Die Autoren danken Liz Allison, Alan Budd, John Kay, Mervyn King, Gabriele Palma, Neil Smelser, David Taylor, Jeremy Vooght, den Herausgebern sowie vier anonymen Rezensenten dieser Zeitschrift für die Zeit, die sie investiert haben, und ihre verständnisvollen Kommentare zu den ersten Textfassungen. Alle verbleibenden Mängel und Irrtümer gehen auf das Konto der Autoren.
rationaler und irrationaler Entscheidungsfindung ausgehen und behaupten, tragfähige Entscheidungen seien allein auf der Grundlage eines verstandesgeleiteten Denkens möglich.