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Dana Birksted-Breen beschreibt in diesem Beitrag die Herausbildung des subjektiven Gefühls für Zeit auf der Grundlage eines primitiven Zeitgefühls, das sie als »Widerhall-Zeit« (reverberation-time) bezeichnet. Darunter versteht sie ein Zeitgefühl, das aus der Internalisierung des frühen Austauschs zwischen Mutter und Kind, des hin- und herschwingenden Widerhalls von mütterlicher Reverie und Erwartungen des Kindes, stammt, wobei der Ausdruck »Widerhall« die auditive Dimension dieses Austauschs betont. Anhand klinischer Beispiele und vielfältiger Verweise auf die Literatur, insbesondere auf die Werke von Bion und Winnicott, beschreibt die Autorin die Entwicklung dieses subjektiven Gefühls für Zeit aus dem Wechselspiel des Widerhalls in der frühen Beziehung zum mütterlichen Objekt, das die Basis für die Entwicklung eines Gefühls psychischer Kontinuität, der Kontinuität im Sein, bildet. Sie vertritt die These, dass Störungen dieser Entwicklung zu einer Unfähigkeit führen, das Vergehen von Zeit zu ertragen, was sich in einem »Einfrieren« der Zeit manifestiert, das man bei verschiedenen Pathologien und insbesondere im Zusammenhang mit Problemen bei der Bewältigung der depressiven Position und der ödipalen Situation beobachten kann.
In Weiterführung dieses Gedankengangs vertritt die Autorin die Ansicht, dass die Internalisierung ebenjener »Widerhall«-Erfahrungen die Grundlage der Fähigkeit zu träumen darstellt. Sie betrachtet den Raum des Traumes als den mütterlichen Container, der durch die Internalisierung des hin- und herschwingenden Widerhalls in der Beziehung zum mütterlichen Objekt gebildet wird. Bezogen auf den analytischen Prozess führt die Autorin aus, wie durch die Reverie des Analytikers oder in der Widerhallzeit eine flexible Verknüpfung des »Hier und Jetzt« mit dem »Damals und Dort« entsteht. Dies führt die dritte Dimension der Zeit ein und lässt eine Veränderung der Zeitstruktur im psychischen
Funktionieren des Patienten möglich werden, was wiederum Grundlage ist für die Fähigkeit zu trauern, zu symbolisieren und zu träumen.
Vera Müller