You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
André Green folgend, vertritt die Autorin die These, dass Donald Winnicott und Jacques Lacan die beiden originärsten Denker nach Freud waren. Winnicott, so sagt man, führte die Tradition des Komischen in die Psychoanalyse ein, während Lacan Freuds tragische/ironische Sicht übernahm. Das Verständnis des gesamten Spektrums psychoanalytischen Denkens wurde dadurch beeinträchtigt, dass sich ihre jeweiligen Schüler jahrelang aus dem Weg gegangen sind (insbesondere haben die anglophonen Kliniker die Lacan-Nachfolger gemieden). Die Autorin stellt basale theoretische Konstrukte Winnicotts wie auch Lacans dar, unter anderem die Begriffe Selbstheit vs. Subjektivität, ihr jeweiliges Verständnis des »Spiegelstadiums« und ihre Definitionen der Behandlungsziele. Auch wenn sich Winnicotts und Lacans Überlegungen zu ergänzen scheinen, hat die Autorin nicht die Absicht, sie in einem Masterdiskurs zu integrieren; vielmehr möchte sie einen provokativen Kontakt zwischen den radikal unterschiedlichen Paradigmen Lacans und Winnicotts stiften. Eine klinische Vignette illustriert deren Konzepte und lässt deutlich werden, was Denken und Unterrichten im potenziellen Raum zwischen den beiden bedeuten könnte.