You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In der psychoanalytischen Literatur finden sich verstreut zahlreiche Hinweise auf Erfahrungen des Analytikers mit Langeweile, insbesondere bei Autoren, die sich mit primitiven seelischen Zuständen beschäftigen. In der vorliegenden Arbeit versucht der Autor, einige dieser Hinweise zusammenzutragen, die verschiedenen Facetten dieses weit verbreiteten Phänomens einzuordnen und sich über einige daraus entstehende klinische Fragestellungen und Dilemmata Gedanken zu machen. Er vertritt die Ansicht, dass Langeweile in der Analyse die Reaktion auf eine Begegnung mit einem verborgenen, eingekapselten Teil der Psyche, einem zweidimensionalen Bereich des Erlebens ist, in dem jede seelische Aktivität eingestellt wurde und Erfahrung bedeutungslos bleibt. Hier handelt es sich um einen leblosen Bereich des Mangels, um eine Begegnung mit dem autistischen Kern der Psyche. Dennoch kann Langeweile auch ein erfahrungsgesättigter Ausdruck der Verzweiflung sein, ein Wiedererleben primitiver Objektbeziehungen mit einem emotional nicht vorhandenen Primärobjekt. Indem ein Analysand die Leere und Trostlosigkeit in die Analyse einbringt, räumt er dem entleerten, stumpfen, toten inneren Objekt, das in seinem Inneren haust und das in die Psyche integriert werden muss, einen Platz ein. Dieses innere Objekt ist ein wesentlicher Teil der inneren Welt des Patienten, Teil seiner Geschichte, und kann weder ausgelöscht noch aufgefüllt werden, um so die Leere nicht fühlbar werden zu lassen. Das wird anhand von klinischem Material dargelegt, das sich am Spektrum vom Autismus über autistische Reaktionen nach traumatischen Erlebnissen bis hin zu autistischen Barrieren bei neurotischen Patienten orientiert.