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W. R. Bions Werk hat die Gestalt der psychoanalytischen Theorie grundlegend verändert. Eine der wichtigsten Veränderungen betraf seine Erkenntnisse über den Mechanismus der normalen projektiven Identifizierung. Kein anderer psychoanalytischer Theoretiker besitzt Bions Fähigkeit, die Schrecken der psychischen Einsamkeit und die für das psychische Überleben unverzichtbare Notwendigkeit der Anwesenheit eines Anderen zu beschreiben. Auf der Grundlage von Bions War Memories 1917-1919 (1997), Attacks on Linking (1959) und A Theory of Thinking (1962a) untersucht der vorliegende Beitrag den Zusammenhang zwischen Krieg, Männlichkeit, dem Mütterlichen und Bions Sensibilität für die Notwendigkeit täglicher zwischenmenschlicher Kontakte. Es wird die These vertreten, dass die apokalyptische Erfahrung, die Bion als sehr junger Panzerkommandant machte, ihm auf überwältigende Weise vor Augen führte, dass die Psyche eine Inter-Psyche und das Selbst ein Inter-Selbst ist. Bions Lebensbericht ist von der Erfahrung des Überlebens geprägt: »Und ich bin ganz allein entronnen, es dir zu melden« (Hiob 1: 14-19). Wiederholt kommt er auf die Ereignisse des 8. August 1918 zurück, des Tages, an dem er »starb«. Seine Einsichten in die elementaren Leidenschaften von Liebe, Hass und Gleichgültigkeit fußen auf seinen Erfahrungen auf dem Schlachtfeld. In seiner wiederholten Rückschau auf seine Begegnung mit einem sterbenden Soldaten gewinnen sie ungemein an Dichte.