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Rasch wird der Leser, der dieses Buch zur Hand nimmt und sich darin vertieft, feststellen, dass nicht nur das dritte Kapitel vom psychoanalytischen Forschen handelt. Vielmehr lassen sich alle Beiträge der diesjährigen Auswahl aus dem International Journal of Psychoanalysis (IJP) als psychoanalytische Forschungsarbeiten betrachten - u. a. finden sich Konzeptstudien zum Symbolismus und zum »Hier und Jetzt«, es wird die Dimension der Nachträglichkeit bei schwersten Traumatisierungen untersucht und der Frage nach den unterschiedlichen Haltungen in Erwachsenen- und in Kinderanalysen nachgegangen, es wird die in der psychodynamischen Prozessforschung mittlerweile viel diskutierte LEA-Methode zur »Messung emotionszentrierter struktureller Veränderung« vorgestellt - und allem voran steht der Versuch, dem »späten Bion« und seiner Form der empirischen Forschung auf die Spur zu kommen. Letzteres ist, wie der Leser gleich feststellen wird, ein »work in progress«, ein Unterfangen, das auch in Zukunft auf die Arbeit interessierter psychoanalytischer Forscher angewiesen sein wird.
Es ist zu hoffen, dass dieses weite Spektrum internationaler psychoanalytischer Forschungsarbeiten zeigen kann, welche Vielfalt ebenso spannender wie sorgfältig durchgeführter Studien die Psychoanalyse trotz ihrer allseits beschworenen Krise hervorzubringen vermag. Und es ist zu wünschen, dass durch die Lektüre weitere kreative Kräfte geweckt werden. In diesem Zusammenhang sei unauffällig auf die »Hinweise für Autoren des IJP« verwiesen, die auch im Anhang des vorliegenden Bandes wieder abgedruckt sind. Tatsächlich hat sich in letzter Zeit die Zahl deutschsprachiger Arbeiten im IJP signifikant erhöht, und es wäre erfreulich, wenn sich diese Entwicklung fortsetzt und den Kanon der psychoanalytischen Wissenschaft und Kultur weiterhin bereichert.