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Sind die gedanklichen Arbeitschritte [mental operations] eines Analytikers, der sowohl Kinder- als auch Erwachsenenanalysen durchführt und anscheinend dasselbe theoretische Modell zugrunde legt, in beiden Arbeitsfeldern dieselben? Die Autorin vertritt die Ansicht, dass die Kinderanalyse aus einem anderen kreativen Prozess als die Erwachsenenanalyse hervorgeht. Sie vergleicht die Kinderanalyse mit dem Malen und die Erwachsenenanalyse mit dem Schreiben, verweist auf die Diskussion zwischen Virginia Woolf und ihrer Schwester Vanessa Bell über die jeweiligen Vorteile von Worten und Bildern und untersucht dabei die Bedeutung der Kinderanalyse für die Entwicklung psychoanalytischer Theorie und Praxis. Kinderanalyse, die ursprünglich als eine Anwendung der Psychoanalyse galt, stellte sich im 20. Jahrhundert durch die Arbeiten Kleins und Bions als Katalysator einer wahren epistemologischen Revolution heraus. Spielen ist im Vergleich zum Sprechen nicht nur ein alternatives Medium, um das Unbewusste zu repräsentieren, sondern eine andere Methode, Repräsentationen vermittels eines spezifischen kreativen Prozesses Gestalt zu geben.
Die Rêverie, die sich im Praxisraum des Kinderanalytikers entfaltet, erwächst aus den körperlichen Handlungen im Spiel, wogegen im Behandlungsraum der Erwachsenen die Fähigkeit des Analytikers zu träumen den Aufschub von Handlungen voraussetzt. Dadurch, dass Kinderanalyse durch den Einsatz des Körpers einen bestimmten kreativen Prozess in Gang setzt und dessen Entwicklung durch Handlung vorangetrieben wird, könnte man sagen, sie werde von einem ähnlichen kreativen Prozess wie die bildende Kunst getragen. Aus diesem Grund richtet sich das Denken des Kinderanalytikers in anderer Weise auf Objekte, da es aufgrund der »Konzentration des Körpers« länger in einem Zustand der Fusion mit ihnen verbleibt. Die Bedeutung der unaussprechlichen Dinge, die geschehen, kann oft nur nachträglich konzeptualisiert werden. Obgleich der Unterschied in der Entwicklung des Prozesses eine bedeutsame Unterscheidung zwischen den beiden »Künsten« der Kinder- und der Erwachsenenanalyse nahe legt, ist die ästhetische Sensibilität, die durch die Kinderanalyse geschärft wird, für die Arbeit mit Erwachsenen ein Gewinn, wie sich anhand einiger klinischer Beispiele zeigen lässt.