You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Psychoanalyse betont, dass es zur Entdeckung der psychischen Wahrheit nicht eines abstrakten oder distanzierten Wissens dieser Wahrheit bedürfe, sondern einer unmittelbaren Begegnung mit ihr. In diesem Aufsatz untersucht die Autorin die Bedeutung dieser Unmittelbarkeit anhand der Betrachtung von Betty Josephs Begriff des »Hier und Jetzt«, der in jüngster Zeit am direktesten damit in Verbindung gebracht worden ist. Die Autorin zeigt, wie Josephs Begriff des »Hier und Jetzt« bezüglich der Unmittelbarkeit unbewusster Wahrheit ein Vermächtnis fortschreibt, das auf Freud zurückgeht, von Klein aufgegriffen wurde und das sich von anderen analytischen Auffassungen dieses Begriffs unterscheidet. Um die Einzigartigkeit von Josephs Beitrag herauszustellen, untersucht die Autorin im Weiteren, was ihn innerhalb des kleinianischen Rahmens als besonderen kennzeichnet. Hierfür vergleicht sie ihn zunächst mit dem klinischen Ansatz Hanna Segals, deren Fokus auf die unbewusste Fantasie dem gleichen grundlegenden Vermächtnis folgt. Die Autorin macht auf die bedeutsamen Unterschiede zwischen Joseph und Segal aufmerksam, die innerhalb der analytischen Literatur noch nicht ausreichend herausgearbeitet worden sind. Wenn wir diese Unterschiede, so argumentiert sie, innerhalb des Kontexts einer gemeinsamen Ansicht über die Rolle der unbewussten Wahrheit im analytischen Prozess und dessen Aufgabe sehen, so bereichert das unser Verständnis von der Komplexität des kleinianischen Denkens und der Bedeutung von Wahrheit in der Psychoanalyse. Ferner wird dieses Verständnis durch die Erkenntnis erweitert, dass der Gebrauch des Begriffs »Hier und Jetzt« in der analytischen Literatur sich häufig auf eine ganz andere Thematik als bei Joseph bezieht und dass dieser Gebrauch auf einer Sichtweise beruht, die derjenigen Josephs grundlegend widerspricht.