You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Fast 45 Jahre lang wurde das Schicksal von jüdischen Kindern, die während des Zweiten Weltkrieges versteckt worden waren, als nebensächlich angesehen, insbesondere im Vergleich zu dem, was in den Konzentrationslagern geschehen war. In den vielen Berichten über die Shoah kam die Geschichte dieser Kinder nicht vor. Erst Ende der 1980er Jahre begann man, ihre Erfahrungen als potenziell traumatisch anzusehen. In diesem Text berichten die Autorinnen über ihr psychoanalytisches Forschungsprojekt zu den psychischen Auswirkungen dieser Erfahrungen, die über eine so außerordentlich lange Latenzzeit verborgen geblieben waren. Die Ergebnisse dieser Studie basieren auf der Analyse von sechzig Lebensberichten und einer psychoanalytisch orientierten Gruppenarbeit. Die Autorinnen zeigen, dass das Trauma dieser ehemals versteckten Kinder maßgeblich durch die psychische Dimension der Nachträglichkeit beeinflusst wurde.