You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ich denke, man kann von dem »kurzen 20. Jahrhundert« als einem »Zeitalter der Extreme« sprechen (Hobsbawm 1994 [2004]), selbst hinsichtlich der Psychoanalyse und einer bestimmten Generation von Psychoanalytikern. Und tatsächlich wäre es unmöglich, sowohl Hanna Segals persönliches Leben als auch ihre wissenschaftlichen Leistungen zu betrachten, ohne direkt oder indirekt Bezug auf die politischen und soziokulturellen Aspekte der Geschichte zwischen 1914 und 1991 zu nehmen und auf die ideologischen Konflikte, die Hobsbawm in seinem einflussreichen Werk untersucht.
Dies ist der Fall, auch wenn Hanna Segal streng chronologisch gesehen vier Jahre später geboren wurde und die epochalen Ereignisse des »Zeitalters der Extreme« mehr als 20 Jahre überlebt hat. Sie wurde als Hanna Posnanzka am 20. August 1918 im polnischen Lodsch geboren und starb am 5. Juli 2011 im Alter von 92 Jahren in London. Heute ist Lodsch ebenso wie Warschau eine der düsteren Mahnungen an die Schrecken der Ghettos, die die Nazis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wieder aufleben ließen. Anfang des 20. Jahrhunderts war es jedoch eine lebendige Industriestadt mit einem beachtlichen kulturellen Leben und der zweitgrößten jüdischen Gemeinde Polens.
Hanna Segal, oder Hanka, wie sie von ihren Freunden genannt wurde, wuchs während einer Zeit, die für ihr Land sehr schwierig, dennoch aber hoffnungsvoll war, in einem sehr