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Der Transsexuelle konfrontiert den Analytiker mit einer verstörenden Andersartigkeit. Wie diese Andersartigkeit verstanden wird, wie also der Analytiker den Patienten durch seine jeweilige Theoriebrille »sieht«, beeinflusst das Erleben des Patienten und bestimmt, was sich zwischen den beiden Beteiligten entwickelt. Die Autorin stellt in diesem Beitrag ein Entwicklungsmodell auf der Basis der Bindungs- und Objektbeziehungstheorie vor, das eine Möglichkeit unter anderen darstellt, sich »anzusehen«, was einige dieser Patienten im klinischen Setting erleben. Sie vermutet, dass bei einigen Fällen von Transsexualität das primäre Objekt/die primären Objekte keine Spiegelung und kein Containment für die frühe Erfahrung einer Inkongruenz zwischen dem vorhandenen Körper und dem subjektiven Gendererleben bereitstellten: Diese Erfahrung konnte nicht mentalisiert werden und beeinträchtigt die Selbstkohärenz, sie weckt den Wunsch nach einer operativen Geschlechtsumwandlung, die »garantieren« soll, das Gefühl der Inkongruenz loszuwerden. Anhand des Berichts über die Behandlung einer Mann-zu-Frau-Transsexuellen, die sich im Verlauf einer fünfjährigen Psychotherapie einer operativen Geschlechtsumwandlung unterzog, untersucht die Autorin, wie die Fokussierung auf die Erfahrung des Transsexuellen, »gesehen zu werden«, also vom Objekt in seiner Inkongruenz visuell und psychisch angenommen zu werden (oder auch nicht), einen weiteren Zugang zum Erleben des Transsexuellen durch die Untersuchung der Übertragungs-Gegenübertragungsdynamik eröffnet.