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Der Autor stellt eine Einführung in das Werk Jean Laplanches vor, eines sehr bekannten Vertreters der Psychoanalyse, der vor Kurzem verstorben ist. Er stellt die - aus seiner Sicht - drei Hauptachsen in Laplanches Werk in den Vordergrund: erstens eine kritische Lesemethode, die auf Freuds Texte angewendet wird; zweitens ein Modell des psychischen Funktionierens, das aufder Übersetzung basiert; und drittens die Allgemeine Verführungstheorie. Ohne eine abstrakte Überstruktur zu sein, ist die Allgemeine Verführungstheoriefest in der analytischen Situation verwurzelt, wie durch die Auslösung der Übertragung durch den Analytiker am besten illustriert wird. Die analytische Situation besteht nämlich in einer Wiederbelebung und einer erneuten Eröffnung der »Anthropologischen Grundsituation«, die nach Laplanche das Schicksal eines jeden menschlichen Babys bildet, das in eine Welt hineingeboren wird, in der es notwendigerweise den rätselhaften und »kompromittierten« Botschaften des erwachsenen Anderen ausgesetzt ist. Dank des Prozesses der analytische Ent-Übersetzung erhält der Analysand die Möglichkeit, neue Übersetzungen der Rätsel des Anderen vorzunehmen - als Übersetzungen oder Symbolisierungen, die umfassender und weniger rigide als die früheren sein können. Ein solches Modell bringt auch die rein psychoanalytischen und die psychotherapeutischen Aspekte der Behandlung zusammen.