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Der Titel, der für unsere Diskussion (Blass, 2013, S. 1129) vorgeschlagen wurde, berührt derart umfangreiche und komplexe Themen, dass ich im vorliegenden Zusammenhang vor allem über etwas nachdenken möchte, was vielleicht am meisten vernachlässigt worden ist: über den Prozess der Kontextualisierung, der in klinischen Falldarstellungen Sichtbar werden sollte, was aber häufig nicht geschieht. »Das« Unbewusste als gewachsener Fels hat dem Pluralismus der Theorien standgehalten; um das Leiden unserer Patienten zu verstehen, bleibt es theoretischer Ausgangspunkt. Wir sind immer davon ausgegangen, dass sich dieses Leiden in Phänomenen bemerkbar macht, die ihre ursprüngliche Bedeutung verändert haben und nur zu erfassen sind, wenn man weiß, dass die Verbindungen zwischen manifester und latenter Bedeutung entstellt sind. Anhaltende Verwirrung gibt es allerdings über die Methodologie, wie die latente Bedeutung aus dem manifesten Inhalt zu erschließen sei. An keiner anderen Stelle ist der paradoxe Abstand zwischen Theorie und Praxis so deutlich und folgenreich. Es gibt allerlei alternative theoretische Modelle, die unterschiedliche Erklärungen für den Prozess der Transformation von unbewussten affektiven Spannungen in deren manifeste Abkömmlinge bereithalten. Was die Frage anbelangt, mit welcher Methode der latente in manifesten Inhalt zu übersetzen sei, bleiben jedoch alle diese theoretischen Modelle - und sie waren es immer, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß - stumm oder vage. Auch wenn das Wissen, dass es keine Bedeutung ohne Kontext gibt, tief verankert ist, vernachlässigen wir immer wieder, dass es einer Erklärung bedarf, warum wir von bestimmten Tatsachen behaupten, ihnen käme kontextuelle Bedeutung zu. Wenn alles vom Kontext abhängt, warum haben wir dann so wenig auf die Methodologie der Kontextualisierung geachtet?