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Sieben Jahre vor Jean-Bertrand Pontalis’ Tod wollten ihn seine engsten Freunde in einem angemessenen Rahmen würdigen und kamen zusammen, um ihn und sein Lebenswerk zu feiern. Während einer Woche im September 2006 fand eine Konferenz statt, an der eine Vielzahl von Psychoanalytikern, Dichtern, Schriftstellern, Essayisten, Kunstkritikern und -historikern teilnahm. Der Konferenzort, das Centre Culturel International de Cerisy in der Normandie, ist eine renommierte Adresse in der französischen Kulturlandschaft. Unter dem Titel Le royaume intermédiaire (»Das Zwischenreich«, Pontalis, 2007) - einem Begriff Freuds, den Pontalis ganz besonders schätzte - wurden die dort gehaltenen Vorträge später publiziert.
Der Bereich des Intermediären - Freuds Zwischenreich -- bezieht sich zunächst auf den Kern der psychoanalytischen Erfahrung: den Bereich »zwischen Krankheit und wirklichem Leben«, der sich durch die Übertragung bildet. Die sehr persönliche Erfahrung der Psychoanalyse ließ J.-B. Pontalis niemals los. Er hörte nie auf, diesen Zwischenbereich zu bewohnen und zu erforschen oder andere Bereiche des »Dazwischen« oder »In-Zwischen« zu durchqueren, Begriffe, die er in seinen Schriften immer wieder verwendete. Entre le rěve et la douleur (1977; dt. Zwischen Traum und Schmerz, 2003) ist zum Beispiel der Titel eines seiner Bücher. Oft hielt er sich im Zwischenbereich von Psychoanalyse und Literatur auf oder auch in der Kunst, zwischen halluzinatorischer Wunscherfüllung und wirklichem Leben, zwischen der Sprache und den Dingen. Er war ein »Fährmann«, der zum Überwinden von Grenzen aufforderte und sich von den Randgebieten der Psychoanalyse angezogen fühlte, wo diese mit anderen Geisteswissenschaften in einen fruchtbaren Dialog treten könnte.
Er verabscheute, was er »Hausarrest« zu nennen pflegte, lieber machte er sich in Richtung von terrae incognitae auf. Er wollte nicht im »Unter uns«, im gemütlichen