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In diesem Beitrag untersuchen die Autoren unter Berücksichtigung wichtiger Erkenntnisse der Neurowissenschaften wie auch der psychoanalytischen Forschung die Bedeutung der tiefreichenden Verzerrungen, die das mit halluzinatorischen Phänomenen einhergehende psychische Funktionieren begleiten. Neurowissenschaftliche Studien belegen, dass Halluzinationen den Realitätssinn infolge komplexer Veränderungen des Verhältnisses zwischen Top-down- und Bottom-up-Schaltkreisen des Gehirns verzerren. Die Autoren des Beitrags postulieren, dass halluzinatorische Phänomene heim Psychotiker nach einer längerfristigen, verzerrten Anwendung seines psychischen Apparats auftreten. Im halluzinatorischen Zustand benutzt der psychotische Teil der Persönlichkeit den psychischen Apparat, um autoinduzierte Sensationen hervorzubringen und eine spezifische Art regressiver Lust zu erzeugen. Die Psyche wird daher in diesen Fällen nicht als Organ der Erkenntnis oder als Instrument zur Vertiefung zwischenmenschlicher Beziehungen benutzt. Der halluzinierende Psychotiker zieht die Besetzung der psychischen (relationalen) Realität zurück und isoliert sich in seinem persönlichen, körperlichen und sensorischen Raum. Die polaren Realitäten betreffen nicht allein Außen und Innen, sondern auch Psychisches und Sensorisches. Dementsprechend könnte man sagen, dass visuelle Halluzinationen das Ergebnis eines Sehens mit den » Augen « der Psyche seien und dass akustische Halluzinationen durch das Hören mit den »Ohren« der Psyche generiert werden. Das mentale Funktionieren ist bei diesen Störungen bar sämtlicher reiferer Funktionen; das bedeutet, dass der Umwelt und dem psychischen Erleben des Individuums keine genuine Bedeutung mehr zugeschrieben werden kann. Dank neurowissenschaftlicher Ergebnisse lässt sich verstehen, wie der psychische Apparat im psychotischen halluzinatorischen Prozess die Arbeitsweise eines Körperorgans, in diesem Fall des Gehirns, verändern kann.