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José Blegers Werk zusammenzufassen ist nicht leicht. Es ist die Frucht eines Denkens, das sich über viele Jahre entwickelt hat und dessen Wendepunkte ihren Ursprung in der Praxis hatten, einem Begriff, den er 1969 neu bestimmt hatte (Bleger, 2012). Wenn auch die Psychoanalyse der Mittelpunkt seiner intellektuellen Auseinandersetzung war, so war er doch überzeugt, sie sollte auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen Bereichen ins Werk gesetzt und weder auf die klinische Praxis noch auf den theoretischen Diskurs beschränkt werden. Die Psychoanalyse nahm für ihn die tragende Rolle in einer tiefgreifenden wissenschaftstheoretischen, der Disziplin der Psychoanalyse immanenten Revolution ein (Bleger, 1971a). »Zu untersuchen, wie wir psychoanalytische Erkenntnis gewinnen und systematisieren, ist bereits ein Teil der Psychoanalyse« (Bleger, 1958, S. 22).
In dieser Arbeit werde ich zunächst den Hintergrund der argentinischen Psychoanalyse in den 1950er Jahren beschreiben, der Zeit, in der Bleger in Ausbildung war, und werde dann die vier Hauptbegriffe zur Sprache bringen, an denen er gearbeitet hat: die psychoanalytische Sitzung, Symbiose, Ambiguität und die Frage des psychoanalytischen Settings. Um die Entwicklung seines Werkes als Ganzes besser zu vermitteln, möchte ich zunächst auf einige Aspekte der Arbeiten von Georges Politzer (1903-1942), einem französischen Philosophen ungarischer Herkunft, und des argentinischen Psychoanalytikers Enrique Pichon-Rivière (1907-1977), eingehen. Dabei möchte ich zeigen, wie sich seine Gedanken entwickeln. Am besten lässt sich über eine bestimmte Denkweise sprechen, indem man die Logik dieses Denkens erfasst, die Art und Weise, wie es dabei