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Ignacio Matte Blanco (1908-1995) hat nur wenig spezifische Hinweise hinterlassen, wie sein Deutungsstil von seinen theoretischen Überlegungen geprägt war. Der Autor möchte daher zeigen, wie er Matte Blanco nutzt, um seine eigenen Deutungen zu formulieren. Im ersten Teil dieses Artikels werden einige von Matte Blancos Konzepten mithilfe von klinischen Fallvignetten illustriert. Dadurch wird auch ihr theoretisches Vokabular explizit gemacht. Im Folgenden werden zwei psychoanalytische Stunden sowie eine aus einer Psychotherapie, ausführlicher vorgestellt, was die Nutzung von Matte Blancos Begriffen sichtbar macht und einen neuen Blick auf Bereiche psychoanalytischer Theorie ermöglicht: insbesondere in Bezug auf Träume, Psychopathologie (verstanden als Verhältnis von asymmetrischem und symmetrischem Funktionieren im bi-logischen psychischen System des Patienten), die Multidimensionalität des Unbewussten, das strukturelle Unbewusste, die Beziehung von Emotionen und Gedanken, projektive Identifizierung, Widerstand und die negative therapeutische Reaktion. Die Konsequenzen dessen für die Praxis werden dargelegt, insbesondere die daraus entstehende Möglichkeit des »Denkens mit dem Patienten« in der Stunde. Diese versetzt den Patienten in die Lage, eine Form psychischen Funktionierens zu introjizieren, in der der asymmetrische Modus nicht vom symmetrischen Modus überwältigt wird (analog zu Bions Konzept vom Dialog zwischen den psychotischen und nicht-psychotischen Teilen der Psyche).