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Vorgestellt werden Überlegungen zur Psychoanalyse per Videokonferenz (Videokonferenz-Teleanalyse oder VT), die von der grundsätzlichen Annahme ausgehen, dass diese Settings zu einer doppelten Spaltung zwischen unterschiedlichen Graden von Anerkennung bzw. Verleugnung der Abwesenheit des anderen einerseits und der Erwartung einer physischen Ko-Präsenz andererseits führen. Der Autor sieht diese Spaltung als Schwächung der prä-reflexiven analytischen Erfahrung, im Hier und Jetzt mit dem Anderen zusammen zu sein. Der Aufsatz zeigt auf, dass beide Personen der analytischen Dyade versuchen werden, sich diese Erfahrung durch eine forcierte Ich-Integration erneut zu eigen zu machen. Das jedoch erschwert den Zugang zu un-integrierten Zuständen in der Behandlung und führt zu subtilen Veränderungen im Symbolisierungsprozess. Die Anstrengungen, diese Situation zu bewältigen, werden durch klinische Vignetten und Beschreibungen von Therapeuten2 illustriert, die, im Bemühen um gleichschwebende Aufmerksamkeit, ihre Gefühle von Inauthentizität und Missbehagen schildern. Auch Beeinträchtigungen der sprachlichen Lebendigkeit werden beschrieben. Es handelt sich jedoch nicht um ein durchgängiges Charakteristikum aller per Videokonferenz durchgeführten Teleanalysen, und gegenseitige Verständigung ist ein wichtiger, Erleichterung bringender Faktor. Die Diskussion sollte sich auf die Fähigkeit der analytischen Dyade konzentrieren, die beschriebene Spaltung zu überwinden, und nicht auf die durch den Einsatz der Videotechnik bedingten Wahrnehmungseinschränkungen und ihre möglichen Folgen für Übertragung und Gegenübertragung.