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1943 beschrieb Leo Kanner eine Reihe von Kindern, die in ihrer Kommunikation sowie in ihren emotionalen und sozialen Beziehungen schwer beeinträchtigt waren. Sie konnten sich oft sprachlich nicht ausdrücken, sie spielten nicht in symbolischer Form und fingen an zu schreien, wenn jemand ihre Rituale unterbrach. Eine »extreme autistische Einsamkeit« betrachtete Kanner als ihr wichtigstes Merkmal. In der Nachuntersuchung befanden sich die meisten dieser Kohorte in Einrichtungen; nur wenige erreichten eine unerwartet zufriedenstellende Anpassung, wenn auch aus unklaren Gründen. Wing und Gould (1979) fassten die wesentlichen Merkmale des kindlichen Autismus als die »Triade der Beeinträchtigungen« zusammen - Beeinträchtigungen in sozialen Interaktionen, in der sozialen Kommunikation und im sozialen Verständnis und Vorstellungsvermögen, wobei Rituale den Platz des Als-Ob-Spiels einnehmen - und diese Triade bleibt in der Beschreibung und Diagnose des Krankheitsbildes zentral.
Unabhängig davon skizzierte ein Jahr später der Wiener Kinderarzt Asperger (1944) das heute nach ihm benannte Syndrom. Die von ihm beobachteten Kinder ähnelten den Kindern in Kanners Gruppe in ihrer mehr oder weniger stark ausgeprägten Unfähigkeit zu gewöhnlichen wechselseitigen Beziehungen, insbesondere fielen ihnen Augenkontakt und Empathie schwer. Anders als bei Kindern mit Kanner-Autismus war allerdings die Sprachentwicklung nicht verzögert, auch wenn ihre Ausdrucksweise vielleicht untypisch war. Intensive, ideosynkratische Interessen (»Zwänge«) schienen mit den Ritualen einher zu gehen,