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Der »gesunde Menschenverstande« (common sense) ist in den meisten Diskursen einschließlich des psychoanalytischen Prozesses allgegenwärtig. Seine konstituierenden Elemente sind zahlreiche unterschiedliche Denkweisen, die aber Ähnlichkeiten in ihrer Organisation aufweisen. Sein Auftauchen im interpersonalen Diskurs weckt typische Affekte, Phantasien und intersubjektive Erfahrungen, die ich als »das Gefühl des gesunden Menschenverstandes« bezeichne. Aufgrund der ihm zugrunde liegenden konzeptuellen Struktur und seiner starken affektiven und intersubjektiven Komponenten sowie der ihm ebenfalls zugrunde liegenden konzeptuellen Organisation der verschiedenen damit zusammenhängenden Denkweisen kann der gesunde Menschenverstand im analytischen Prozess eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen erfüllen und sowohl der Weiterentwicklung dienen als auch auf diese oder jene Weise behindernd wirken. Solche Behinderungen müssen verstanden und aufgeklärt werden. Dies wirft Licht nicht nur auf die innere Dynamik des Patienten, sondern auch auf die kollusive Beteiligung des Analytikers an Enactments auf zahlreichen Ebenen. Sich dessen bewusst zu bleiben kann seine behandlungstechnischen Entscheidungen ebenso wie den Inhalt seiner Deutungen beeinflussen. Ich illustriere einige dieser Phänomene mithilfe klinischer Beispiele.