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Evelyne Kestemberg hat der klinischen Forschung mit psychotischen Patienten eine besondere Wendung gegeben. Mit ihrem unabhängigen, kreativen und konsequenten Geist war sie ohne Zweifel eine außergewöhnliche Klinikerin und eine leidenschaftliche Vermittlerin. Bereits ab 1945 teilte sie, gemeinsam mit ihrem Ehemann Jean Kestemberg und einer Gruppe von Freunden, darunter Serge Lebovici, René Angelergues und Salem Shentoub, ihr Engagement zwischen der kommunistischen Partei und der Psychoanalyse auf. Als die Partei aber von ihnen allen verlangte, die Psychoanalyse zu verdammen, führte das bald zu ihrem Austritt. Nach einer Analyse bei Marc Schlumberger schloss Evelyne Kestemberg sich einem Seminar an, das von Serge Lebovici gestaltet wurde und interessierte sich für die Kinderanalyse und die Gruppenpsychotherapie. Das war auch ein erster Schritt zur Entwicklung des psychoanalytischen Psychodramas, das sie gemeinsam mit Serge Lebovici und René Diatkine begründete. Aus dieser besonderen Technik entwickelte sich dann das individuelle Psychodrama, in dem mehrere Analytiker mit einem einzigen Patienten arbeiten, eine Behandlungsmethode für als besonders schwierig angesehene sowie für psychotische Patienten.
1958 war sie an der Gründung des Centre Alfred Binet für Kinder unter der Schirmherrschaft des Centre de Santé mentale im XIII. Arrondissement von Paris beteiligt, das von Philippe Paumelle gegründet worden war. Sie entwickelte