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Rachel Blass hat mich freundlicherweise darum gebeten, das Einzigartige des Lacan'schen Ansatzes und das, was davon auch für Nicht-Lacanianer von Bedeutung ist, darzustellen, und es erscheint mir notwendig, dieser doppelten Aufgabe einige Bemerkungen voranzustellen.
1. Es gibt nicht einfach »den« Lacan'schen Zugang zur psychoanalytischen Praxis. Es gibt viele verschiedene Schulen in der Tradition Lacans. Sie betonen nicht alle Facetten oder Perioden seiner Lehre, und sie interpretieren seine Werke auch nicht immer in der gleichen Weise. So wie die Schriften von Freud und Melanie Klein kann das Werk von Lacan auch auf verschiedene Weisen verstanden werden, woraus sich unterschiedliche Perspektiven für die klinische Praxis ergeben. Mein eigenes Verständnis der Lacan'schen Theorie wird von einigen aus der »Lacan-Gemeinde« als übermäßig direkt, transparent und vereinfachend angesehen, was mich zu sehr praktischen Empfehlungen im Hinblick auf die Technik führt - eben als zu »amerikanisch«. Das liegt wenigstens zum Teil daran, dass die Franzosen, wenn überhaupt, dann nur selten irgendwelche Empfehlungen für die Technik in gedruckter Form abgeben und im Allgemeinen ihr Fallmaterial nur in hoch verdichteten und abstrakten Begriffen diskutieren, sodass der Leser wenig Vorstellung davon bekommt, wie sie praktisch arbeiten.
2. Wenn ich darstellen soll, was das Besondere am Lacan'schen Ansatz ist und das der Praxis der Nicht-Lacanianer gegenüberstellen soll, unterstellt das, dass ich andere analytische Schulen umfassend kenne, und zwar sowohl ihr theoretisches Gerüst als auch ihren praktischen Zugang. Das hieße aber, meine Vertrautheit mit diesen anderen Schulrichtungen sehr zu überschätzen. Ich habe die letzten 35 Jahre damit zugebracht, Lacans oft schwieriges Werk zu verstehen und zu übersetzen und erst in den letzten zehn Jahren angefangen, mit anderen psychoanalytischen Denkschulen vertrauter zu werden. Diejenigen,