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Die japanische Mentalität zeichnet sich in sozialen Bezügen oft durch eine Haltung von Verbergen und Nicht-Ausdruck aus. Kulturell gilt es als Tugend, seine Fähigkeiten und Stärken nicht zu zeigen. Aus der Überzeugung heraus, dass das Wesentliche und Wertvolle ohnehin nicht verbal auszudrücken ist, werden Essenz und Wissen traditioneller Kunst und Kunstfertigkeit auf höchstem Niveau geheim gehalten und der Öffentlichkeit nicht preisgegeben. In der Vergangenheit haben sich Psychoanalytiker wie T. Doi und O. Kitayama mit den Themen Nicht-Ausdruck und Verheimlichung auseinandergesetzt. Beide Eigenschaften können vorteilhaft sein und erfüllen eine soziale Funktion. Sie wirken Neid und Eifersucht entgegen, die durch Zurschaustellung der eigenen Fähigkeiten bei anderen Menschen ausgelöst werden könnten. Sie schützen aber auch sowohl die eigene Stärke wie auch die Vulnerabilität, weil sie so vor anderen und vor sich selbst verborgen bleiben, sodass sie von anderen weder infrage gestellt noch beschädigt werden können. Dies wirft wichtige Fragen zur Ausgestaltung des Ödipuskomplexes in Japan auf. Ist die Verheimlichung eine Methode, um ödipale Konfrontationen mit anderen zu vermeiden? Der Autor erläutert, dass sich die ödipale Dynamik in der japanischen Gesellschaft aufgrund der passiven und zur Verschwiegenheit neigenden Mentalität des japanischen Volkes äußerst kompliziert gestaltet.