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Was Psychoanalytiker unter einer psychoanalytischen Deutung verstehen, in welchem Setting sie entsteht und insbesondere warum, wann und auf welche Weise die Übertragung gedeutet werden sollte, ist zunehmend unklar und umstritten. In meinem Beitrag stelle ich ein »sparsames« Modell der klinischen Praxis vor, begründe - in der Tradition der Objektbeziehungstheorie - dessen Wert in der Nachbetrachtung von Sitzungen und führe das weiter aus. Dieses Modell stützt sich auf ein spezifisches Verständnis von freier Assoziation, gleichschwebender Aufmerksamkeit, Widerstand und Übertragung. Es differenziert erkenntnistheoretisch zwischen zwei unterschiedlichen Zielsetzungen für die Übertragungsdeutung. Die erste, die Übertragungskonstruktion, zielt darauf ab, dem Patienten seine unbewussten Verhaltensweisen innerhalb und außerhalb der Sitzungen sowie ihr Wie und Warum bewusst zu machen. Die zweite, die Übertragungsbenennung, richtet sich auf das begrenztere Ziel, dem Patienten bewusst zu machen, wie er den Psychoanalytiker in den Sitzungen in dem Moment unbewusst wahrnimmt, in dem er einen Widerstand entwickelt. Beide Deutungsformen sind vermutlich hilfreich, aber ich vertrete, dass die letztgenannte Form der Grundstein für eine tiefgreifende Veränderung sein muss.