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Wer Anne-Marie Sandler kannte, wird sich an sie als eine beeindruckende Persönlichkeit erinnern und auch daran, wie viel sie erreicht hat. Sie hatte eine geistige Großzügigkeit, füllte Führungsrollen mit Anmut, war bescheiden und stellte bereitwillig ihre Zeit, Aufmerksamkeit und Unterstützung zur Verfügung. Sie war eine geduldige Zuhörerin, die sich Zeit nahm, das klinische Problem, die Sichtweise oder die politische Position eines Kollegen2 zu verstehen. Sie schien über unerschöpfliche Energie zu verfügen und über die Zeit, jede Krise oder Herausforderung anzugehen.
Anne-Marie war Lehranalytikerin für Erwachsenen-, Jugendlichen- und Kinderanalyse und ein hochgeachtetes Mitglied der Britischen Psychoanalytischen Gesellschaft (BPS). Sie erhielt 1998 die renommierteste Auszeichnung in der Psychoanalyse, den Mary Sigourney Award für »Herausragende Leistungen in der Psychoanalyse« und 2015 den Preis der Europäischen Psychoanalytischen Föderation (EPF) für »Herausragende Beiträge zur Psychoanalyse«.
Mit Anfang 20 zeigte Anne-Marie erstmals ihr Interesse an kindlicher Entwicklung und verschiedenen Kulturen, als sie in ihrem Heimatland, der Schweiz, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Piaget war. Dies beinhaltete auch die Arbeit für die UNESCO an einer Studie darüber wie Kinder eine Vorstellung von Heimat und Fremdheit entwickeln. Ihr 1975 veröffentlichter Text »Comments on the Significance of Piaget's Work for Psychoanalysis« reflektiert Piagets Arbeit und deren Bedeutung für die Psychoanalyse.
Von 1950 bis 1954 wurde sie an der Hampstead Child Psychotherapy Clinic in London als Kinderanalytikerin ausgebildet, von 1965 bis 1968 absolvierte sie die Ausbildung zur Psychoanalytikerin in der BPS.
Anne-Marie war ihr ganzes Leben lang sehr gefragt für die Leitung von Gruppen und Organisationen. Von 1983 bis 1987 war sie Präsidentin der EPF (sie