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Überdenkt man Freuds Gedanken zum Sexualtrieb und zur Sexualität tauchen bestimmte Fragen immer wieder auf: In welcher Beziehung steht der Sexualtrieb zu seinen somatischen Grundlagen? Können wir Konzepte, die sich auf Bedeutungsinhalte beziehen, mit solchen, die mit dem Begriff der Triebenergie operieren, zusammenführen? In welcher Beziehung steht der Sexualtrieb zu anderen Trieben, psychischen Strukturen und Affekten? Die Autorin rückt noch zwei weitere Fragen ins Blickfeld: Was können wir über das Erleben sexueller Leidenschaft verstehen und warum gibt es so viele Ängste, Vorschriften und so viel Widerstand im Zusammenhang mit Sexualität - sowohl individuell als auch im Allgemeinen, sogar innerhalb der Psychoanalyse? Die Autorin argumentiert, dass das Unbehagen mit der Sexualität und deren Ablehnung mit dem Wesen des Sexualtriebs selbst und seinen Ursprüngen in der frühen Kindheit zusammenhängt und an viele der Probleme gekoppelt ist, die seine Geschichte innerhalb der Psychoanalyse gekennzeichnet haben. Sie erörtert das klinische Fallbeispiel eines Mannes, der sich von seinem Sexualtrieb lossagen und ihn ausmerzen wollte. Seine Überzeugung, keinen Sexualtrieb zu haben, ist ein individuelles Beispiel für das weitreichende Unbehagen und die Beunruhigung angesichts der Wahrheiten über die menschliche Sexualität, die das Gerüst für Freuds Theorien über die psychosexuelle Entwicklung und das Seelenleben bilden.