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Die Autorin widmet sich den diversen Routen von Sexualität und Gender, welche die psychoanalytische Theorie und Praxis vor Herausforderungen stellen. Sie nutzt Bakhtins Konzept der Polyphonie und der Dialogizität für eine Annäherung an diese Phänomene. Im Aufsatz wird der Vorschlag gemacht, dass einige davon das Feld des Begehrens betreffen und andere das Feld von Gender-Identität und -Identifizierungen, auch wenn diese Felder einander überlappen. Die Autorin betont die Notwendigkeit eines Vermeidens universeller Erklärungen, die Bedeutung eines Nachdenkens über Homosexualitäten und Transsexualitäten im Plural sowie die Dezentrierung der Gleichsetzung von Homosexualität und Perversion. Sie zieht Debatten von Freud bis zu zeitgenössischen Kontroversen heran und macht auf einige Aspekte aufmerksam, über die neu nachgedacht werden sollte, so etwa der verwendete Subjekt-Begriff, Ideal-Kategorien des Weiblichen und des Männlichen, die Grenzen des Ödipuskomplexes und das Aufwachsen von Kindern in unkonventionellen Familienstrukturen aufgrund sexueller Wahl oder Gender, und einige Faktoren mehr. Sie schlägt eine Unterscheidung vor zwischen Debatten über Theorien, die üblicherweise auf einer dichotomen Logik beruhen, und Debatten über Paradigmen, die eine post-binäre Logik und Modelle des Nachdenkens über Vielfalt und Intersektionen einschließt. Der Aufsatz befürwortet es, diese Debatten in Diskussionen über das Thema einzubeziehen.