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In dieser Arbeit wird André Greens Gebrauch des Negativen untersucht und auf die Deutung von Kunstwerken angewandt, die eine Repräsentation von Abwesenheit und Verlust visualisieren. Green fand das Negative in allen Grundannahmen Freuds und entwickelte seine Arbeit des Negativen aus der Lektüre als profunder Kenner der Freud'schen Theorie. Er schloss die gefundenen Lücken in Freuds Werk und machte daraus eine zeitgenössische Psychoanalyse, die bei jedem Wiederlesen neue Entdeckungen bereithält. Seine Arbeit des Negativen beschreibt eine Dialektik von Abwesenheit und Gegenwart in der Conditio humana und betont die menschliche Anstrengung, mit Verlust/Mangel umzugehen. Das Konzept des Negativen wird angewandt auf die Werke einer zeitgenössischen Bildhauerin, Berlinde de Bruyckere. Diese Künstlerin zeigt in ihren Plastiken eine profunde Kenntnis von Kunstgeschichte und Religion wie auch eine intime Bezugnahme zu den Körpern von Menschen und Pferden. Sich mit ihrem Werk auseinanderzusetzen ist, ähnlich wie Green zu lesen, eine tiefe und vielschichtige Erfahrung. Bei der Künstlerin wie auch beim Psychoanalytiker wird der Körper als ein Ort des Fühlens und der Schaffung von Bedeutung angeboten. Für Abwesenheit wie auch für Verlust gibt es Protagonisten, mit denen wir entweder in einen sich endlos wiederholenden Kreislauf von Leiden und Schmerz geraten oder in das Wagnis einer Begegnung, die Erneuerung und Veränderung verspricht.