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Für die, die mich gerettet haben
»Und wenn der Sandsturm vorüber ist, wirst du kaum begreifen können, wie du ihn durchquert und überlebt hast.
Du wirst auch nicht sicher sein, ob er wirklich vorüber ist. Nur eins ist sicher. Derjenige, der aus dem Sandsturm kommt, ist nicht mehr derjenige, der durch ihn hindurchgegangen ist.«
Vielen Dank für die Einladung, meine Erfahrungen vor und während meiner Erkrankung mit Covid-19 zu teilen, die mich früh in der Pandemie traf.
Ich hatte keine Vorstellung, was passieren würde. Als der Ausnahmezustand begann, blieb ich ruhig. Mir war bewusst, wie sich die Situation zuspitzte, ich achtete darauf, alles richtig zu machen, ich lebte mit einer Art omnipotenter Überzeugung, dass es mich nicht treffen würde, dass meine Aufgabe wäre, andere zu schützen und als gutes Beispiel voranzugehen. Ich machte mir Notizen darüber, wie es sich anfühlte zu arbeiten, angeregt von Sergio, einem jüngeren Kollegen, interessiert an der inneren und äußeren Wirklichkeit. So eine Art gesunde Routine für den Notfall.
Ich hatte keine Ahnung, dass der 15. und 16. Februar 2020 mein letztes Wochenende in Freiheit sein würde. Eingeladen, ein Seminar in Bologna abzuhalten, verbrachte ich eine schöne Zeit mit meinem Freund Daniele und unseren Ehefrauen, Anna und Cristina, friedlich und froh, die Stadt zu erkunden und ihre exzellente Kulinarik.
Donnerstag, 20. Februar, kurz bevor die Covid-19-Notlage explodierte, eilte Cristina nach London. Unsere geliebte Enkelin Emma hatte einen Unfall und musste operiert werden. Gleichzeitig stand unsere Tochter kurz vor der zweiten Entbindung. Die Freude über dieses Treffen und die Geburt fiel zwischen zwei traurige, voneinander unabhängige Ereignisse. Am Tag zuvor hatte eine liebe Freundin sich nicht wohl gefühlt, ich brachte sie zur Poliklinik: eine zerebrale Blutung. Am Tag darauf verstarb ein anderer Freund. Er war schon länger krank