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In der Psychoanalyse wird das Trauma-Konzept übermäßig und nicht konsistent verwendet. Eine Lektüre der Schriften Freuds seit dem »Entwurf einer Psychologie« (1895) ergibt dagegen, dass er im Hinblick auf die Auswirkungen auf psychische Prozesse eine recht konsistente Vorstellung seines Konzepts hatte. Diese könnte, wenn man sie anerkennt, helfen, die unfruchtbaren Ätiologiedebatten über interne oder externe Gründe, intrinsische (Trieb) oder extrinsische (Realitäts-)Faktoren etc. zu vermeiden. Aus klinischer Sicht ist es viel hilfreicher, die verschiedenen Herausforderungen zu betrachten, vor die bestimmte Trauma-induzierende Umstände das Individuum stellen, und dabei die hoch subjektiven Erlebens- und Reaktionsmodi des Einzelnen sowie die Unterstützung zu berücksichtigen, die das spezifische familiäre, soziale und kulturelle Umfeld anbieten kann. Alle als Trauma bezeichneten Erfahrungen, die jeden treffen können, müssen zu einem gewissen Grad innerhalb der sehr eigenen Subjektivitäten verstanden und integriert werden, je nach der einzigartigen, subjektiven Selbstorganisation, der eigenen Einschätzung und Verortung in der Welt.