You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die widersprüchlichen Anforderungen, die das Werk von Didier Anzieu stellt und die auch in dem für diesen Kommentar ausgewählten Text deutlich werden, sind zugleich auch typisch für das einzigartige und unvollendete Bild dieses Mannes. Sein Leben und sein Werk lassen in mancher Hinsicht klare Linien erkennen, die leicht auszumachen sind; aber neben diesen Linien gibt es zahlreiche weitere Kraftfelder und vielfältige Interessen, die einen Haloeffekt bilden und schwer zu fassen sind, deren fortwährende und eindringliche Präsenz aber immer berücksichtigt werden muss, wenn man sich dem Ganzen annähern will. Eigentlich müsste man zwei parallele Versionen verfassen: Eine, die die Chronologie eines Lebenslaufes wiedergeben und die großen Etappen darstellen würde - die Schuljahre, der Eintritt in die École Normale Supérieure, das Philosophie-Examen, die Hinwendung zur Psychologie, die Begegnung mit der Psychoanalyse, die Lehrtätigkeit und die Karriere an der Universität, den Bruch mit Lacan und das Engagement in der Association psychanalytique de France (APF) - und die zugleich auch, wie ein roter Faden, die Forschungen und die Schriften aufzählen würde, die tief in der Psychoanalyse und im Denken ihres Gründers verwurzelt sind. Die andere Version müsste sich an den vielfältigen Interessen des Autors orientieren: Die projektiven Methoden und das Psychodrama, das Unbewusste und die Gruppe, die Philosophie und die Märchen, Pascal und Beckett … Aus diesen beiden Versionen könnte dann vielleicht das Bild eines Menschen, seiner Ideen und seines Werkes entstehen, die durch eine gemeinsame Haut untrennbar miteinander verbunden sind, dem Beispiel der Phantasie folgend, die Didier Anzieu in Bezug auf Mutter und Kind entdeckt hat.
Didier Anzieu wurde von den Bewegungen des psychoanalytischen Denkens und von dessen Schicksalen in Frankreich erfasst. Nach seiner Ausbildung in der
: La psychanalyse, encore! International Journal of Psychoanalysis 20
: La psychanalyse, encore! International Journal of Psychoanalysis 20