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Scham ist ein verborgenes Gefühl. Das Organ der Scham sind die Augen; wenn wir uns schämen, wollen wir uns verstecken und nicht gesehen werden. In dem Film Shame erforscht der Regisseur Steve McQueen die Dynamik der Scham, die sich hinter der Sexsucht verbirgt. Ich bin der Ansicht, dass Scham hier die eigentliche Ursache für die Sexsucht ist, wobei es sich um einen Teufelskreis handelt, da die Sucht unweigerlich zu einer neuen Quelle der Scham wird. Der Fokus des Films auf die Phänomenologie der Scham im Hier und Jetzt zeigt zwei Geschwister, die mit der Bedrohung durch Verletzlichkeit, Bedürftigkeit, Hilflosigkeit und Nicht-Geliebt-Werden kämpfen. Ein Geschwister präsentiert eine penibel gepflegte Erscheinung und sein maskenhaftes Gesicht wirkt wie ein unverwundbarer Panzer gegen Scham, während die Schwester keinen Schutzschild gegen ihre Bedürftigkeit und Hilflosigkeit hat. Wir werden Zeuge der Wechselfälle ihrer Scham und bleiben mit der Frage zurück, ob ihre Begegnung, die in einem Selbstmordversuch und dem Aufbrechen von Abwehrmechanismen endet, möglicherweise zu Transformation und innerer Veränderung führen wird. Der Regisseur beendet den Film abrupt und vieldeutig und schickt uns zurück in den Film, um ihn nochmals anzusehen und nachträglich3 nach Hinweisen für den Ausgang zu suchen.