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Der Titel des 18. Bandes der Internationalen Psychoanalyse »Frühe Spuren« führt unmittelbar zur Beziehung von Mutter und Kind in der vorgeburtlichen Situation und der nach der Geburt zunächst absoluten Abhängigkeit des Säuglings von fürsorglichen Objekten und einer haltenden Umgebung, zu der neben den Eltern andere Objekte gehören, etwa die Geschwister, aber auch eine kulturell und geschichtlich geprägte Welt der Menschen und Dinge.
Das Frühe ist immer ein Dazwischen. Winnicott sagt: »There is no such thing as a baby.« In der abendländischen Tradition jedoch, die die deutsche, die englische und die romanischen Sprachen geprägt hat, ist unser Denken von der Trennung von Subjekt und Objekt bestimmt. Diese Trennung ist letztlich der aristotelischen Substanzlogik verpflichtet, die erst mit der Physik des elektromagnetischen Feldes im späten 19. Jahrhundert aufgegeben wurde. Jetzt konnte es ganz analog auch in den Geisteswissenschaften zu einem Übergang vom Substanzdenken zum Funktionsdenken kommen, etwa bei Ernst Cassirer. Sprachlich bleiben wir jedoch der Subjekt-Objekt-Logik verhaftet. So fehlt uns etwa ein passender Ausdruck, der uns anhielte, vom Kind-in-der-Umwelt und nicht von einem scheinbar isolierten Säugling zu sprechen.
Beim Übersetzen - in diesem Band aus dem Englischen, dem Italienischen und Spanischen - öffnet sich über die Nicht-Selbstverständlichkeit der Worte ein Raum für Frühes zwischen den Worten, in der Zwischenleiblichkeit des Textes, im Klang, im Rhythmus, in den assoziativen Verwandtschaften und Familiengeschichten der Sprache.
Siri Hustvedt befasst sich mit den Bedingungen pränatalen Lebens und damit, wie diese Eingang in unseren Diskurs finden. Ihr zufolge bestehe »ein akutes Unbehagen in der westlichen Kultur angesichts der Tatsache, dass das menschliche Leben in einem weiblichen Körper beginnt und sein Wachstum vollkommen von diesem abhängt« (S. 21). Dieses Unbehagen sei Teil einer allgemeinen »Intoleranz für Mischungen« in unserem Denken. Mit di