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Juliet Mitchell hat den Vorschlag gemacht, das Regulierungsprinzip, das auf der Ebene des Geschwistermordes eingreift, in Anlehnung an Jacques Lacans »Gesetz des Vaters« das »Gesetz der Mutter« zu nennen. Dieses Gesetz bindet zwar die Mutter und das Kind an eine Vereinbarung, besitzt aber nicht alle Eigenschaften eines Gesetzes. Diese Art der formellen Vereinbarung existiert im juristischen Denken seit den antiken Hochkulturen und wird als Bund bezeichnet. Der Bund ist nicht universell, er gilt nur für die beiden Parteien, die ihn eingehen, und seine Verletzung wird nicht von einem Dritten, der den anderen vertritt, geahndet. Ich habe dieses Regulierungsprinzip das Mütterliche Bündnis genannt. Seine Macht beruht auf einem metonymischen Prozess, bei dem die Mutter sich auf die Verwandtschaft beruft, während sie das unbewusste Objekt ihres Begehrens verbirgt. Ich nenne diesen Prozess die Mütterliche Metonymie. Die Konzepte Mütterliches Bündnis und Mütterliche Metonymie sind nützliche Instrumente, um das Verstehen und die Behandlung von pathologischer Gewaltanwendung, unerträglicher Rivalität sowohl innerhalb der Familie als auch in der sozialen Gruppe, gescheiterter oder dysfunktionaler Sozialisation und die Folgen von verwerflichem oder schändlichem Verhalten zu vertiefen.